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Einführung der neuen Konfirmanden in einem Freiluftgottesdienst:

Willkommen an Bord

... im Schiff, das sich Gemeinde nennt.

Mit diesem Zuruf begrüßten Pfarrerin Corinna Koppe und Pfarrer Andreas Höfeld am letzten Sonntag (30. August) die neuen Konfirmanden. Um möglichst allen interessierten Angehörigen unter Corona-Bedingungen die Teilnahme an diesem Gottesdienst zu ermöglichen, wurde er auf dem Vorplatz des Otto-Koch-Hauses gefeiert. Die Entscheidung dazu erwies sich als richtig, denn trotz unklarer Wettervorhersagen blieb es an diesem Morgen trocken. Allerdings hätte Regen gar nicht schlecht zum Thema des Sonntags gepasst: es ging nämlich um die Stillung des Sturms (Markus 4, 35-41). Corinna Koppe erzählte stimmungsvoll, wie die Jünger auf dem See Genezareth von einem starken Sturm überrascht werden und um ihr Leben fürchten. Jesus aber schläft seelenruhig. In ihrer Angst wecken sie ihn, und er bedroht den Wind, sodass Stille einkehrt. Die Jünger wundern sich: Wer ist er, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind?

Andreas Höfeld griff die Elemente der Geschichte auf und deutete sie in die heutige Zeit und auf das Leben allgemein. Jesus schläft einfach, während die anderen schuften: das ist nicht in Ordnung, wir müssen zusammenarbeiten, um was zu erreichen. Und in diesem Sinn lud Höfeld die fünfzehn neuen Konfirmanden, die er zuvor namentlich vorgestellt hatte, ein, gemeinsam auszuprobieren, was Glauben bedeutet. Denn nur mit den jungen Leuten, mit neuen Konfirmanden hat das Schiff, das sich (Kirchen-)Gemeinde nennt, eine Zukunft. Und dazu braucht es kritische Konfirmanden, keine Ja-Sager und Desinteressierte. Aber auch Offenheit für Neues, auch wenn manches unbequem werden kann. Denn das Leben mit Jesus ist kein sorgenfreier Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff. Es ist richtiges Leben, und das ist oft auch unbequem.

Viele glauben heute, sie brauchen niemanden, sondern sich ab, steigen aus: Maske? Nein danke! Klimawandel? Ohne mich? Verein, Kirche? Brauch ich nicht! Manche haben Angst, etwas von  ihrem Wohlstand abzugeben, Angst vor Veränderung (z.B. Flüchtlinge). Aber nur wer Angst überwindet, kann sich auf Veränderungen einstellen und kann sie mitgestalten. Die junge Generation zeigt das: Jugendliche kämpfen bei Friday For Future für das Klima und mischen sich ein.

Auch Jesus hat sich eingemischt. Nicht nur beim Sturm auf dem See Genezareth mit seinen Jüngern, sondern auch bei den Stürmen in den Menschen. Das hat er am Kreuz bezahlt. Doch auch das ging weiter. Es geht weiter, weil Gott auf seiner Seite steht.

Wer Jesus nachfolgt, lebt kein vergebliches Leben. Man kann sich nicht raushalten. Und so ermunterte Andreas Höfeld die jungen Konfirmanden: Mit Jesus im Schiff schaffen wir das: Willkommen an Bord.

Da Corona-bedingt der Gemeindegesang nicht empfohlen wird, hatten zwei Sängerinnen des Singkreises dankenswerterweise die Liedinterpretationen übernommen. Sie beendeten auch den Gottesdienst thematisch passend mit einem modernen Kirchenlied, das mittlerweile schon zum Klassiker geworden ist: Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt.


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